Nennen Sie eine echte Schwäche, die für diese Stelle nicht entscheidend ist, sagen Sie in einem Satz, woran Sie merken, dass sie besteht, und in einem zweiten, was Sie konkret dagegen tun. Das ist die ganze Antwort. Sie dauert zwanzig Sekunden und ist besser als alles, was Ratgeber sonst vorschlagen.
Warum die üblichen Antworten scheitern
«Ich bin perfektionistisch.» «Ich arbeite zu viel.» «Ich bin ungeduldig mit mir selbst.» Diese drei hört eine erfahrene Personalverantwortliche mehrmals pro Woche. Sie sind erkennbar getarnte Stärken, und was sie transportieren, ist nicht Selbstkenntnis, sondern der Wunsch, der Frage auszuweichen.
Der Schaden ist grösser als der Nutzen: Die Frage prüft nämlich gar nicht, welche Schwäche Sie haben. Sie prüft, ob Sie über sich sprechen können, ohne sich zu verteidigen. Wer ausweicht, hat die Prüfung nicht bestanden, egal wie geschickt die Ausflucht formuliert war.
Die Bauform einer guten Antwort
Erstens: eine echte Schwäche
Eine, die zur Stelle nicht im Kern gehört. Wer sich als Buchhalterin bewirbt, sagt nicht, er sei ungenau mit Zahlen. Wer sich im Verkauf bewirbt, sagt nicht, er gehe ungern auf Menschen zu.
Zweitens: eine Situation, in der sie auftritt
Ohne Beispiel ist auch eine ehrliche Schwäche nur eine Behauptung.
Drittens: was Sie dagegen tun
Nicht «ich arbeite daran» — was konkret. Das ist der Teil, auf den es ankommt.
Drei Beispiele, die tragen
Alle drei sind echt, keine ist gefährlich für die meisten Stellen, und alle drei enden bei einer Massnahme statt bei einer Entschuldigung.
Was Sie nicht sagen sollten
Nichts, was die Kernaufgabe der Stelle betrifft. Nichts über Ihre Gesundheit oder Ihr Privatleben. Keine Schwäche, die Sie mit Ihrem letzten Arbeitgeber begründen — das klingt nach Schuldverschiebung. Und keine Aufzählung: eine Schwäche genügt. Wer drei nennt, redet sich um Kopf und Kragen.
Nach der Antwort: schweigen
Der häufigste Fehler passiert nicht in der Antwort, sondern danach. Die meisten schieben aus Unsicherheit einen vierten und fünften Satz nach und relativieren damit alles. Sagen Sie Ihre drei Sätze und hören Sie auf. Die Pause gehört der anderen Seite.
Genau diese Antwort sollten Sie laut geübt haben
Im Kopf klingt sie gut. Laut ausgesprochen wird sie beim ersten Mal fast immer zu lang und zu entschuldigend. Das merkt man nur, wenn man sich selbst gehört hat.
Häufige Fragen
- Was prüft die Frage nach den Schwächen wirklich?
- Sie prüft nicht, welche Schwäche Sie haben, sondern ob Sie über sich sprechen können, ohne sich zu verteidigen. Wer ausweicht, hat die Prüfung nicht bestanden, egal wie geschickt die Ausflucht formuliert war.
- Darf ich «Perfektionismus» nennen?
- Diese Antwort hört eine erfahrene Personalverantwortliche mehrmals pro Woche, zusammen mit «Ich arbeite zu viel» und «Ich bin ungeduldig mit mir selbst». Sie sind erkennbar getarnte Stärken und transportieren den Wunsch, der Frage auszuweichen.
- Wie viele Schwächen soll ich nennen?
- Eine genügt. Wer drei nennt, redet sich um Kopf und Kragen — und nach der Antwort gilt: schweigen, die Pause gehört der anderen Seite.
Kurz geprüft
1/3
Was prüft die Frage nach den Schwächen eigentlich?
2/3
Wie viele Schwächen nennen Sie?
3/3
Was tun Sie direkt nach Ihrer Antwort?
Weiter zu Schritt 3: Lücke im Lebenslauf erklären: was Sie sagen
Das Übungsgespräch von dossari stellt diese Frage bewusst nicht: Seine Fragen kommen aus dem Inserat, auf das Sie sich bewerben, und allgemeine Fragen, die auf jede Stelle passen würden, sind ausgeschlossen. Geübt wird trotzdem genau das, was diese Antwort braucht — kurz bleiben, belegen, aufhören. Die Auswertung zeigt Ihnen danach drei Stellen mit dem wörtlichen Zitat und dem, was der Antwort gefehlt hat. Ab CHF 19.
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