Das erste Vorstellungsgespräch – Unterlagen für Lehrpersonen

Die häufigsten Fragen, die heikelsten Momente und wie Sie sich sinnvoll vorbereiten. Fünf Artikel, je mit Quiz.

Ablaufvorschlag

45 Minuten: je Artikel 5 Min. lesen, Quiz gemeinsam lösen, kurze Diskussion.

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1. Vorstellungsgespräch: 20 Fragen und wie Sie sie beantworten

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  1. Quiz: «Warum haben Sie sich bei uns beworben?» – Welche Antwort überzeugt am meisten?

    • ✗ «Ihre Firma ist innovativ, und ich suche eine neue Herausforderung.»Passt auf jede Firma. Es zeigt nicht, dass Sie sich vorbereitet haben.
    • ✓ «Sie haben letztes Jahr den Standort in Bern eröffnet. Genau diesen Aufbau möchte ich mittragen.»Ein konkretes Detail über die Firma schlägt jede allgemeine Formulierung.
    • ✗ «Ehrlich gesagt, weil es mit meiner jetzigen Chefin schwierig ist.»Nie schlecht über den aktuellen Arbeitgeber sprechen, auch wenn Sie recht hätten.
  2. Check 1: Wie viele Fragen kommen in einem Erstgespräch meistens?

    • ✓ Selten mehr als zehnUnd fast immer aus demselben Vorrat.
    • ✗ Rund dreissigDeutlich weniger. Wer die häufigsten kennt, ist gut vorbereitet.
  3. Check 2: Was gehört zu jeder Stärke, die Sie nennen?

    • ✗ Ein möglichst starkes AdjektivOhne Beleg bleibt es eine Behauptung.
    • ✓ Ein BeispielOhne Beispiel ist eine Stärke eine Behauptung.
  4. Check 3: «Haben Sie noch Fragen an uns?»

    • ✓ Immer jaWer keine Fragen hat, wirkt uninteressiert.
    • ✗ Nur, wenn etwas unklar geblieben istAuch dann: Eine gute Frage gehört immer dazu.

2. «Was sind Ihre Schwächen?» — was Sie wirklich antworten

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  1. Sie bewerben sich als Sachbearbeiterin Buchhaltung.

    Quiz: Die Personalverantwortliche fragt: «Was ist Ihre grösste Schwäche?» – Was antworten Sie?

    • ✗ «Ich bin sehr perfektionistisch.»Eine getarnte Stärke, die Personalverantwortliche mehrmals pro Woche hören. Sie zeigt nicht Selbstkenntnis, sondern den Wunsch auszuweichen.
    • ✓ «Ich spreche in grossen Runden weniger als in kleinen. Dadurch sind gute Einwände von mir nicht angekommen. Vor Sitzungen schreibe ich mir jetzt zwei Punkte auf, die ich sicher einbringe.»Echt, für diese Stelle nicht entscheidend, mit Beispiel – und sie endet bei einer Massnahme statt bei einer Entschuldigung.
    • ✗ «Ich bin manchmal etwas ungenau mit Zahlen, aber ich arbeite daran.»Das betrifft die Kernaufgabe der Stelle. Und «ich arbeite daran» ist keine Massnahme.
  2. Check 1: Was prüft die Frage nach den Schwächen eigentlich?

    • ✗ Welche Schwäche Sie habenNein, die konkrete Schwäche ist Nebensache.
    • ✓ Ob Sie über sich sprechen können, ohne sich zu verteidigenGenau. Wer ausweicht, hat die Prüfung nicht bestanden.
  3. Check 2: Wie viele Schwächen nennen Sie?

    • ✓ EineEine genügt.
    • ✗ Drei, damit es ehrlich wirktWer drei nennt, redet sich um Kopf und Kragen.
  4. Check 3: Was tun Sie direkt nach Ihrer Antwort?

    • ✗ Mit einem weiteren Satz abschwächenGenau so relativieren die meisten alles, was sie gesagt haben.
    • ✓ SchweigenDie Pause gehört der anderen Seite.

3. Lücke im Lebenslauf erklären: was Sie sagen

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  1. Sie waren von März bis August 2025 auf Stellensuche.

    Quiz: Wie steht das im Lebenslauf?

    • ✓ «03/2025 – 08/2025: Stellensuche»Ehrlich und ohne Beschönigung. Einen Kurs oder eine Freiwilligenarbeit in dieser Zeit ergänzen Sie – erfinden ist schlechter als nichts.
    • ✗ Nur Jahreszahlen, damit es lückenlos aussiehtJede erfahrene Personalverantwortliche kennt diesen Trick und fragt dann nach allem.
    • ✗ Die Zeit einfach weglassenNicht die Lücke kostet die Stelle, sondern der Versuch, sie zu verbergen.
  2. Check 1: Ab wann wird nach einer Lücke immer gefragt?

    • ✗ Ab zwei MonatenZwei bis sechs Monate sind in der Schweiz üblich.
    • ✓ Ab einem JahrAb etwa sechs Monaten wird gefragt, ab einem Jahr immer.
  3. Check 2: Wie lang ist Ihre Erklärung im Gespräch?

    • ✓ Zwei bis drei Sätze, ohne «leider»Kurz, ohne Entschuldigung, dann schweigen.
    • ✗ Ausführlich, mit allen Bewerbungen, die Sie geschrieben habenDas klingt nach Rechtfertigung und macht die Sache grösser.
  4. Check 3: Müssen Sie bei einer gesundheitsbedingten Auszeit die Diagnose nennen?

    • ✗ Ja, sonst wirkt es unehrlichNein.
    • ✓ NeinSie müssen nichts offenlegen. «Gesundheitsbedingte Auszeit» genügt.

4. Lohnfrage im Vorstellungsgespräch: was Sie sagen — und was nicht

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  1. Erstes Gespräch, der genaue Aufgabenbereich ist noch unklar.

    Quiz: «Was sind Ihre Lohnvorstellungen?»

    • ✗ «Ich dachte an 85'000 Franken.»Eine einzelne Zahl, zu früh. Wer zuerst eine Zahl nennt, gibt den Rahmen aus der Hand.
    • ✗ «Ich weiss, das ist vielleicht etwas viel, aber ich dachte an 90'000.»Wer sich für die eigene Forderung entschuldigt, verliert sofort Verhandlungsposition.
    • ✓ «Bevor ich eine Zahl nenne, würde ich gern verstehen, wie der Aufgabenbereich genau aussieht. Haben Sie für die Stelle einen Rahmen definiert?»Eine sachliche Rückfrage. Die meisten Unternehmen haben einen Rahmen und nennen ihn.
  2. Check 1: Wenn Sie eine Zahl nennen müssen?

    • ✓ Eine Spanne, deren unteres Ende für Sie tragbar istRund acht Prozent Spanne, keine einzelne Zahl.
    • ✗ Ihren heutigen Lohn als AusgangspunktIhr heutiger Lohn ist kein Massstab. Massstab ist die Stelle.
  3. Check 2: Das Angebot kommt am Telefon und ist zu tief.

    • ✗ Sofort zusagen, bevor es jemand anderes bekommtNicht am Telefon zusagen.
    • ✓ «Vielen Dank, ich schaue es mir in Ruhe an und melde mich morgen.»Eine vollständige Antwort. Danach ein einziger Gegenvorschlag.
  4. Check 3: Woran orientieren Sie sich bei der Lohnhöhe?

    • ✓ Am Lohnrechner Salarium des BundesKostenlos, nach Branche, Region, Alter und Ausbildung.
    • ✗ Am BauchgefühlDas führt meistens zu tief.

5. KI im Bewerbungsgespräch: was passiert, was es bringt, wo die Grenzen sind

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  1. Quiz: Stimmt es, dass in der Schweiz meist ein Programm Bewerbungen automatisch aussortiert?

    • ✗ Ja, bei grösseren Firmen fast immerDiese Vorstellung stammt aus dem amerikanischen Grosskonzernmarkt.
    • ✓ Nein – die Software liest das Dossier meist in Felder ein, entschieden wird in der Regel von einem MenschenEine Rangliste ist keine Entscheidung.
    • ✗ Ja, aber nur bei Online-FormularenAuch dort liest in der Regel ein Mensch.
  2. Check 1: Wie viele Übungsdurchgänge sind sinnvoll?

    • ✓ DreiZuerst sehen, wo es hakt, dann korrigieren, dann am Tag vor dem Termin.
    • ✗ Zehn am selben AbendMehr als drei bringen wenig.
  3. Check 2: Was kann ein KI-Übungsgespräch nicht?

    • ✗ Beliebig oft wiederholenGenau das kann es.
    • ✓ Körpersprache, Händedruck und Raumgefühl trainierenDas entscheidet sich im Raum.
  4. Check 3: Wie setzen Sie KI beim Anschreiben sinnvoll ein?

    • ✓ Struktur und Sprache von der Maschine, Inhalt von IhnenWas Sie gemacht haben, kann kein Modell wissen.
    • ✗ Ganz erzeugen lassen und direkt verschickenSolche Texte sind austauschbar und fallen auf.