Neu in der Schweiz bewerben – Unterlagen für Lehrpersonen

Wie aus einem ausländischen Lebenslauf ein Schweizer Dossier wird und was im Gespräch zählt. Fünf Artikel, je mit Quiz.

Ablaufvorschlag

45 Minuten: je Artikel 5 Min. lesen, Quiz gemeinsam lösen, kurze Diskussion.

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1. Ausländischer Lebenslauf, Schweizer Dossier: was Sie ändern müssen

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  1. Sie sprechen gut Hochdeutsch, verstehen Mundart aber noch kaum.

    Quiz: Was schreiben Sie zu Ihren Sprachkenntnissen?

    • ✗ «Deutsch: sehr gut»Sagt nichts. Nutzen Sie die Stufen A1 bis C2.
    • ✗ «Deutsch C1», obwohl es eher B1 istWer C1 schreibt und B1 spricht, verliert die Stelle in der ersten Minute.
    • ✓ Ihre ehrliche Stufe, z.B. «Deutsch B2», und dass Sie Mundart noch nicht gut verstehenDas ist normal und zeigt Selbsteinschätzung.
  2. Check 1: Foto und Geburtsdatum sind in der Schweiz …

    • ✓ üblichKein Foto ist kein Ausschlussgrund, fällt aber auf.
    • ✗ ein Fehler wie im angelsächsischen RaumHier gilt das nicht.
  3. Check 2: Sie schreiben, Sie seien «exzellent» in einer Aufgabe.

    • ✗ Das überzeugtSuperlative erzeugen hier Skepsis.
    • ✓ Besser: «drei Jahre Erfahrung in dieser Aufgabe»Untertreibung wirkt glaubwürdiger.
  4. Check 3: Sie wohnen noch im Ausland.

    • ✓ Sie schreiben, ab wann und wohin Sie umziehen könnenSonst droht eine stille Absage.
    • ✗ Die ausländische Adresse genügtOhne Erklärung führt sie oft zur stillen Absage.

2. Diplome und Arbeitszeugnisse aus dem Ausland: was Schweizer Arbeitgeber sehen wollen

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  1. Sie haben im Ausland vier Jahre an einer Hochschule studiert.

    Quiz: Wie steht das im Lebenslauf?

    • ✗ «Entspricht dem Schweizer Bachelor» – ohne BelegEine Behauptung, die Ihnen im Gespräch um die Ohren fliegt.
    • ✓ «Vierjähriges Hochschulstudium, Abschluss [Originaltitel]» mit Land, Institution und ZeitraumEhrlicher, und es wirkt kompetenter.
    • ✗ Den Titel frei ins Deutsche übersetzenEine erfundene Übersetzung beschädigt Ihre Glaubwürdigkeit.
  2. Check 1: Wann brauchen Sie eine formelle Anerkennung?

    • ✓ Nur bei reglementierten BerufenEtwa Pflege, Medizin, Lehrberufe, Elektroinstallation.
    • ✗ Immer, bevor Sie sich bewerbenBei nicht reglementierten Berufen entscheidet die Firma selbst.
  3. Check 2: Welche Übersetzung legen Sie der Bewerbung bei?

    • ✗ Eine beglaubigte, von Anfang anTeuer und meist erst später verlangt.
    • ✓ Eine einfache, selbst beigelegteOriginal plus eine Seite mit den wesentlichen Angaben.
  4. Check 3: In Ihrem Land gibt es keine Arbeitszeugnisse.

    • ✓ Ein Satz im Motivationsschreiben, dazu ReferenzenNach Rücksprache mit den Personen.
    • ✗ Nichts erwähnenEin Dossier ohne Zeugnisse wirkt sonst unvollständig.

3. Lebenslauf Schweiz: Foto, Alter, Zivilstand — was gehört hinein?

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  1. Quiz: Wie geben Sie Ihr Alter im Lebenslauf an?

    • ✗ «47 Jahre»Ein ausgerechnetes Alter wirkt wie eine Selbstbewertung, und es veraltet.
    • ✓ «14.03.1979»Das Geburtsdatum, nicht das Alter.
    • ✗ Gar nicht, damit es niemand weissEs lässt sich aus Lehre oder Abschluss ableiten – es wirkt nur, als wollten Sie es verbergen.
  2. Check 1: Der Zivilstand …

    • ✓ kann weg – die Empfehlung ist, ihn wegzulassenEr sagt nichts über Ihre Eignung.
    • ✗ ist PflichtNichts davon ist Pflicht.
  3. Check 2: Die Aufenthaltsbewilligung …

    • ✗ ist PrivatsacheSie entscheidet, ob eine Anstellung sofort möglich ist.
    • ✓ gehört zu den persönlichen AngabenWeglassen verzögert nur.
  4. Check 3: Die AHV-Nummer …

    • ✓ gehört nicht in den LebenslaufEbenso wenig Ausweisnummern, Religion oder Gesundheitsangaben.
    • ✗ gehört zu den persönlichen AngabenNein, sie geht den Arbeitgeber im Verfahren nichts an.

4. Bewerbungsdossier Schweiz: was hineingehört und in welcher Reihenfolge

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  1. Quiz: Sie stellen Ihr Dossier zusammen. Welche Reihenfolge stimmt?

    • ✗ Lebenslauf, Motivationsschreiben, Diplome, ArbeitszeugnisseDas Motivationsschreiben gehört nach vorn.
    • ✓ Motivationsschreiben, Lebenslauf, Arbeitszeugnisse, Diplome, ZertifikateDie feste Schweizer Reihenfolge, als ein einziges PDF.
    • ✗ Diplome zuerst, weil der höchste Abschluss am meisten zähltDiplome kommen nach den Arbeitszeugnissen.
  2. Check 1: Wie verschicken Sie das Dossier?

    • ✓ Als ein einziges PDF, unter fünf MegabyteSieben Anhänge machen der Gegenseite die Arbeit schwerer.
    • ✗ Jede Unterlage einzeln, das ist übersichtlicherBei vierzig Eingängen heisst das vierzig Mal Dateien sortieren.
  3. Check 2: Welcher Dateiname?

    • ✗ Dokument_final_v3.pdfDer Dateiname erscheint im Postfach, bevor irgendetwas anderes erscheint.
    • ✓ Bewerbung_Muster_Sachbearbeiter.pdfSinnvoll benannt.
  4. Check 3: Welcher Fehler führt ohne weitere Prüfung zur Absage?

    • ✓ Ein falscher Firmenname im AnschreibenEr sagt, dass Sie zwanzig gleiche Briefe verschicken.
    • ✗ Ein fehlender ZivilstandDeswegen wurde noch nie jemand nicht eingeladen.

5. Vorstellungsgespräch: 20 Fragen und wie Sie sie beantworten

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  1. Quiz: «Warum haben Sie sich bei uns beworben?» – Welche Antwort überzeugt am meisten?

    • ✗ «Ihre Firma ist innovativ, und ich suche eine neue Herausforderung.»Passt auf jede Firma. Es zeigt nicht, dass Sie sich vorbereitet haben.
    • ✓ «Sie haben letztes Jahr den Standort in Bern eröffnet. Genau diesen Aufbau möchte ich mittragen.»Ein konkretes Detail über die Firma schlägt jede allgemeine Formulierung.
    • ✗ «Ehrlich gesagt, weil es mit meiner jetzigen Chefin schwierig ist.»Nie schlecht über den aktuellen Arbeitgeber sprechen, auch wenn Sie recht hätten.
  2. Check 1: Wie viele Fragen kommen in einem Erstgespräch meistens?

    • ✓ Selten mehr als zehnUnd fast immer aus demselben Vorrat.
    • ✗ Rund dreissigDeutlich weniger. Wer die häufigsten kennt, ist gut vorbereitet.
  3. Check 2: Was gehört zu jeder Stärke, die Sie nennen?

    • ✗ Ein möglichst starkes AdjektivOhne Beleg bleibt es eine Behauptung.
    • ✓ Ein BeispielOhne Beispiel ist eine Stärke eine Behauptung.
  4. Check 3: «Haben Sie noch Fragen an uns?»

    • ✓ Immer jaWer keine Fragen hat, wirkt uninteressiert.
    • ✗ Nur, wenn etwas unklar geblieben istAuch dann: Eine gute Frage gehört immer dazu.