Das Schweizer Bewerbungsdossier – Unterlagen für Lehrpersonen

Was hineingehört, in welcher Reihenfolge und wie es von Mensch und Software gelesen wird. Fünf Artikel, je mit Quiz.

Ablaufvorschlag

45 Minuten: je Artikel 5 Min. lesen, Quiz gemeinsam lösen, kurze Diskussion.

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1. Bewerbungsdossier Schweiz: was hineingehört und in welcher Reihenfolge

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  1. Quiz: Sie stellen Ihr Dossier zusammen. Welche Reihenfolge stimmt?

    • ✗ Lebenslauf, Motivationsschreiben, Diplome, ArbeitszeugnisseDas Motivationsschreiben gehört nach vorn.
    • ✓ Motivationsschreiben, Lebenslauf, Arbeitszeugnisse, Diplome, ZertifikateDie feste Schweizer Reihenfolge, als ein einziges PDF.
    • ✗ Diplome zuerst, weil der höchste Abschluss am meisten zähltDiplome kommen nach den Arbeitszeugnissen.
  2. Check 1: Wie verschicken Sie das Dossier?

    • ✓ Als ein einziges PDF, unter fünf MegabyteSieben Anhänge machen der Gegenseite die Arbeit schwerer.
    • ✗ Jede Unterlage einzeln, das ist übersichtlicherBei vierzig Eingängen heisst das vierzig Mal Dateien sortieren.
  3. Check 2: Welcher Dateiname?

    • ✗ Dokument_final_v3.pdfDer Dateiname erscheint im Postfach, bevor irgendetwas anderes erscheint.
    • ✓ Bewerbung_Muster_Sachbearbeiter.pdfSinnvoll benannt.
  4. Check 3: Welcher Fehler führt ohne weitere Prüfung zur Absage?

    • ✓ Ein falscher Firmenname im AnschreibenEr sagt, dass Sie zwanzig gleiche Briefe verschicken.
    • ✗ Ein fehlender ZivilstandDeswegen wurde noch nie jemand nicht eingeladen.

2. Lebenslauf Schweiz: Foto, Alter, Zivilstand — was gehört hinein?

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  1. Quiz: Wie geben Sie Ihr Alter im Lebenslauf an?

    • ✗ «47 Jahre»Ein ausgerechnetes Alter wirkt wie eine Selbstbewertung, und es veraltet.
    • ✓ «14.03.1979»Das Geburtsdatum, nicht das Alter.
    • ✗ Gar nicht, damit es niemand weissEs lässt sich aus Lehre oder Abschluss ableiten – es wirkt nur, als wollten Sie es verbergen.
  2. Check 1: Der Zivilstand …

    • ✓ kann weg – die Empfehlung ist, ihn wegzulassenEr sagt nichts über Ihre Eignung.
    • ✗ ist PflichtNichts davon ist Pflicht.
  3. Check 2: Die Aufenthaltsbewilligung …

    • ✗ ist PrivatsacheSie entscheidet, ob eine Anstellung sofort möglich ist.
    • ✓ gehört zu den persönlichen AngabenWeglassen verzögert nur.
  4. Check 3: Die AHV-Nummer …

    • ✓ gehört nicht in den LebenslaufEbenso wenig Ausweisnummern, Religion oder Gesundheitsangaben.
    • ✗ gehört zu den persönlichen AngabenNein, sie geht den Arbeitgeber im Verfahren nichts an.

3. Das Bewerbungsfoto: worauf es wirklich ankommt

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  1. Quiz: Welches Foto kommt ins Dossier?

    • ✗ Ein gutes Selfie vor dem BücherregalSelfies gehen nicht, und alles im Hintergrund lenkt vom Gesicht ab.
    • ✗ Ein KI-generiertes Porträt aus ein paar SelfiesSie sitzen nachher im Raum. Wenn die Recruiterin zögert, weil sie jemand anderen erwartet hat, ist das der schlechteste Start.
    • ✓ Ein aktuelles Porträt vor ruhigem Hintergrund, Kleidung eine Stufe formeller als im Alltag, freundlicher AusdruckGenau das. Es muss Ihnen ähnlich sehen.
  2. Check 1: Wie alt darf das Foto sein?

    • ✓ Etwa drei bis vier JahreUnd so aktuell, dass es Ihrem heutigen Aussehen entspricht.
    • ✗ Egal, solange es gut istNach einer deutlichen Veränderung braucht es ein neues Bild.
  3. Check 2: Wo steht das Foto?

    • ✗ Auf jeder Seite des LebenslaufsNur einmal.
    • ✓ Oben rechts auf der ersten Seite des Lebenslaufs oder auf dem DeckblattGenau, und nicht auf jeder Seite.
  4. Check 3: Welche Kleidung wirkt auf dem Foto am ruhigsten?

    • ✓ EinfarbigKleine Muster und schmale Streifen flimmern auf Fotos.
    • ✗ Feine StreifenGenau die flimmern.

4. ATS: wie Software Ihren Lebenslauf liest

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  1. Quiz: Welcher Lebenslauf wird von Bewerbungssoftware am zuverlässigsten ausgelesen?

    • ✓ Einspaltig, mit Standardüberschriften und Kontaktangaben im normalen TextKein Layoutspiel, das beim Auslesen verloren geht.
    • ✗ Zweispaltig mit Seitenspalte, Sprachen als BalkenSpalten vermischen sich, Balken sind für die Maschine leer.
    • ✗ Schön gestaltet und als Bild exportiertDann steht für die Software überhaupt nichts da.
  2. Check 1: Wie testen Sie in zehn Sekunden, was die Software sieht?

    • ✓ PDF öffnen, alles markieren, in ein leeres Textdokument kopierenWas dort ankommt, sieht die Software.
    • ✗ Das PDF ausdruckenAuf Papier sieht es immer gut aus.
  3. Check 2: Wie schreiben Sie Sprachkenntnisse?

    • ✗ Vier von fünf PunktenFür die Maschine leer, für den Menschen nichtssagend.
    • ✓ «Französisch B2»Klar für Mensch und Maschine.
  4. Check 3: Im Inserat steht «Debitorenbuchhaltung».

    • ✓ Sie übernehmen den Begriff, wo er zutrifftSonst findet Sie keine Suche.
    • ✗ Sie kopieren alle Anforderungen aus dem InseratNie Anforderungen kopieren, die Sie nicht erfüllen.

5. Arbeitszeugnis entschlüsseln: was die Formulierungen bedeuten

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  1. In Ihrem Zeugnis steht: «Er war stets bemüht, den Anforderungen gerecht zu werden.»

    Quiz: Was heisst das?

    • ✗ Sehr gut – er hat sich immer angestrengtLeider nein. Es blieb beim Bemühen.
    • ✗ Neutral, ohne WertungDie Formel ist nicht neutral.
    • ✓ Die Standardformel für ungenügendGenau. Ein Muster aus mehreren solchen Sätzen ist ein Signal.
  2. Check 1: «stets zur vollen Zufriedenheit» bedeutet …

    • ✗ sehr gutDafür braucht es «vollsten».
    • ✓ gutFehlt «vollst», sinkt die Note eine Stufe.
    • ✗ ungenügendDas wäre «zur Zufriedenheit».
  3. Check 2: Die Schlussformel fehlt ganz.

    • ✓ Ein deutliches SignalWeglassungen sagen mehr als Aussagen.
    • ✗ Üblich, ohne BedeutungEin vollständiges Zeugnis bedauert, dankt und wünscht alles Gute.
  4. Check 3: Wie verlangen Sie eine Korrektur?

    • ✗ Mit einer allgemeinen Beschwerde über das ganze ZeugnisDas führt selten zum Ziel.
    • ✓ Sachlich, mit einem konkreten FormulierungsvorschlagDas gelingt häufiger, als die meisten annehmen.