Wiedereinstieg – Unterlagen für Lehrpersonen

Lücken erklären, Zeugnisse richtig lesen und im Gespräch nicht kleiner wirken, als Sie sind. Fünf Artikel, je mit Quiz.

Ablaufvorschlag

45 Minuten: je Artikel 5 Min. lesen, Quiz gemeinsam lösen, kurze Diskussion.

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1. Lücke im Lebenslauf erklären: was Sie sagen

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  1. Sie waren von März bis August 2025 auf Stellensuche.

    Quiz: Wie steht das im Lebenslauf?

    • ✓ «03/2025 – 08/2025: Stellensuche»Ehrlich und ohne Beschönigung. Einen Kurs oder eine Freiwilligenarbeit in dieser Zeit ergänzen Sie – erfinden ist schlechter als nichts.
    • ✗ Nur Jahreszahlen, damit es lückenlos aussiehtJede erfahrene Personalverantwortliche kennt diesen Trick und fragt dann nach allem.
    • ✗ Die Zeit einfach weglassenNicht die Lücke kostet die Stelle, sondern der Versuch, sie zu verbergen.
  2. Check 1: Ab wann wird nach einer Lücke immer gefragt?

    • ✗ Ab zwei MonatenZwei bis sechs Monate sind in der Schweiz üblich.
    • ✓ Ab einem JahrAb etwa sechs Monaten wird gefragt, ab einem Jahr immer.
  3. Check 2: Wie lang ist Ihre Erklärung im Gespräch?

    • ✓ Zwei bis drei Sätze, ohne «leider»Kurz, ohne Entschuldigung, dann schweigen.
    • ✗ Ausführlich, mit allen Bewerbungen, die Sie geschrieben habenDas klingt nach Rechtfertigung und macht die Sache grösser.
  4. Check 3: Müssen Sie bei einer gesundheitsbedingten Auszeit die Diagnose nennen?

    • ✗ Ja, sonst wirkt es unehrlichNein.
    • ✓ NeinSie müssen nichts offenlegen. «Gesundheitsbedingte Auszeit» genügt.

2. Bewerben über 50: was funktioniert und was nicht

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  1. Quiz: «Sind Sie nicht überqualifiziert?» – Was antworten Sie?

    • ✗ «Nein, ich kann mich gut unterordnen und bin mir für nichts zu schade.»Das ist der Reflex, sich kleiner zu machen – genau der Fehler.
    • ✓ «Ich suche bewusst eine Aufgabe mit diesem Zuschnitt. Was mich interessiert, ist [konkret]. Ich habe keine Ambition auf Ihre Funktion.»Beantwortet die echte Frage: Langweilen Sie sich, gehen Sie bald, akzeptieren Sie Anweisungen?
    • ✗ «Zu viel Erfahrung hat noch niemandem geschadet.»Weicht der eigentlichen Sorge aus.
  2. Check 1: Wie lang ist der Lebenslauf nach dreissig Berufsjahren?

    • ✓ Zwei SeitenDie letzten zehn bis fünfzehn Jahre ausführlich, alles davor in zwei Zeilen.
    • ✗ So lang wie nötig, damit nichts fehltKürzen zeigt, dass Sie priorisieren können.
  3. Check 2: Das Geburtsdatum …

    • ✗ lassen Sie wegEs lässt sich ohnehin ableiten, verstecken wirkt unsicher.
    • ✓ geben Sie anVerstecken wirkt schlechter als das Alter selbst.
  4. Check 3: Die Stelle ist tiefer dotiert als Ihre letzte.

    • ✓ Sie sprechen es an, bevor es die andere Seite tutMit einem Grund, der stimmt.
    • ✗ Sie erwähnen es nichtDas ist der häufigste stille Ablehnungsgrund.

3. Arbeitszeugnis entschlüsseln: was die Formulierungen bedeuten

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  1. In Ihrem Zeugnis steht: «Er war stets bemüht, den Anforderungen gerecht zu werden.»

    Quiz: Was heisst das?

    • ✗ Sehr gut – er hat sich immer angestrengtLeider nein. Es blieb beim Bemühen.
    • ✗ Neutral, ohne WertungDie Formel ist nicht neutral.
    • ✓ Die Standardformel für ungenügendGenau. Ein Muster aus mehreren solchen Sätzen ist ein Signal.
  2. Check 1: «stets zur vollen Zufriedenheit» bedeutet …

    • ✗ sehr gutDafür braucht es «vollsten».
    • ✓ gutFehlt «vollst», sinkt die Note eine Stufe.
    • ✗ ungenügendDas wäre «zur Zufriedenheit».
  3. Check 2: Die Schlussformel fehlt ganz.

    • ✓ Ein deutliches SignalWeglassungen sagen mehr als Aussagen.
    • ✗ Üblich, ohne BedeutungEin vollständiges Zeugnis bedauert, dankt und wünscht alles Gute.
  4. Check 3: Wie verlangen Sie eine Korrektur?

    • ✗ Mit einer allgemeinen Beschwerde über das ganze ZeugnisDas führt selten zum Ziel.
    • ✓ Sachlich, mit einem konkreten FormulierungsvorschlagDas gelingt häufiger, als die meisten annehmen.

4. Lohnfrage im Vorstellungsgespräch: was Sie sagen — und was nicht

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  1. Erstes Gespräch, der genaue Aufgabenbereich ist noch unklar.

    Quiz: «Was sind Ihre Lohnvorstellungen?»

    • ✗ «Ich dachte an 85'000 Franken.»Eine einzelne Zahl, zu früh. Wer zuerst eine Zahl nennt, gibt den Rahmen aus der Hand.
    • ✗ «Ich weiss, das ist vielleicht etwas viel, aber ich dachte an 90'000.»Wer sich für die eigene Forderung entschuldigt, verliert sofort Verhandlungsposition.
    • ✓ «Bevor ich eine Zahl nenne, würde ich gern verstehen, wie der Aufgabenbereich genau aussieht. Haben Sie für die Stelle einen Rahmen definiert?»Eine sachliche Rückfrage. Die meisten Unternehmen haben einen Rahmen und nennen ihn.
  2. Check 1: Wenn Sie eine Zahl nennen müssen?

    • ✓ Eine Spanne, deren unteres Ende für Sie tragbar istRund acht Prozent Spanne, keine einzelne Zahl.
    • ✗ Ihren heutigen Lohn als AusgangspunktIhr heutiger Lohn ist kein Massstab. Massstab ist die Stelle.
  3. Check 2: Das Angebot kommt am Telefon und ist zu tief.

    • ✗ Sofort zusagen, bevor es jemand anderes bekommtNicht am Telefon zusagen.
    • ✓ «Vielen Dank, ich schaue es mir in Ruhe an und melde mich morgen.»Eine vollständige Antwort. Danach ein einziger Gegenvorschlag.
  4. Check 3: Woran orientieren Sie sich bei der Lohnhöhe?

    • ✓ Am Lohnrechner Salarium des BundesKostenlos, nach Branche, Region, Alter und Ausbildung.
    • ✗ Am BauchgefühlDas führt meistens zu tief.

5. Vorstellungsgespräch: 20 Fragen und wie Sie sie beantworten

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  1. Quiz: «Warum haben Sie sich bei uns beworben?» – Welche Antwort überzeugt am meisten?

    • ✗ «Ihre Firma ist innovativ, und ich suche eine neue Herausforderung.»Passt auf jede Firma. Es zeigt nicht, dass Sie sich vorbereitet haben.
    • ✓ «Sie haben letztes Jahr den Standort in Bern eröffnet. Genau diesen Aufbau möchte ich mittragen.»Ein konkretes Detail über die Firma schlägt jede allgemeine Formulierung.
    • ✗ «Ehrlich gesagt, weil es mit meiner jetzigen Chefin schwierig ist.»Nie schlecht über den aktuellen Arbeitgeber sprechen, auch wenn Sie recht hätten.
  2. Check 1: Wie viele Fragen kommen in einem Erstgespräch meistens?

    • ✓ Selten mehr als zehnUnd fast immer aus demselben Vorrat.
    • ✗ Rund dreissigDeutlich weniger. Wer die häufigsten kennt, ist gut vorbereitet.
  3. Check 2: Was gehört zu jeder Stärke, die Sie nennen?

    • ✗ Ein möglichst starkes AdjektivOhne Beleg bleibt es eine Behauptung.
    • ✓ Ein BeispielOhne Beispiel ist eine Stärke eine Behauptung.
  4. Check 3: «Haben Sie noch Fragen an uns?»

    • ✓ Immer jaWer keine Fragen hat, wirkt uninteressiert.
    • ✗ Nur, wenn etwas unklar geblieben istAuch dann: Eine gute Frage gehört immer dazu.