Themenpfad Das Schweizer Bewerbungsdossier · Schritt 3 von 5

Bewerbungsdossier · Foto

Das Bewerbungsfoto: worauf es wirklich ankommt

Ein gutes Bewerbungsfoto ist ein aktuelles Porträt vor ruhigem Hintergrund, in Kleidung eine Stufe formeller als im Arbeitsalltag, mit einem Gesichtsausdruck, den Sie im Gespräch auch zeigen. Es muss Ihnen ähnlich sehen.

6 Min. Lesezeit

Alles andere — Licht, Schärfe, Bildausschnitt — ist Handwerk und Sache der Person hinter der Kamera.

In der Schweiz ist das Foto üblich und wird in den meisten Branchen erwartet. Ein Dossier ohne Bild muss nicht aussortiert werden, fällt aber auf. Wie es sich mit Geburtsdatum und Zivilstand verhält, steht im Artikel Lebenslauf Schweiz: Foto, Alter, Zivilstand.

Was ein gutes Bild ausmacht

Der Hintergrund. Ruhig und einfarbig, hell oder dunkel — beides funktioniert. Was nicht funktioniert: Bücherregale, Wohnungstüren, Parkbänke, Pflanzen. Alles, was im Hintergrund erkennbar ist, lenkt vom Gesicht ab.

Die Kleidung. Eine Stufe formeller als das, was Sie an dieser Stelle täglich tragen würden. Für ein kaufmännisches Umfeld heisst das Hemd oder Bluse, nicht zwingend Krawatte. Für ein handwerkliches Umfeld ein sauberes, schlichtes Oberteil. Kleine Muster und schmale Streifen flimmern auf Fotos; einfarbig ist sicherer.

Der Ausschnitt. Kopf und Schultern, leicht angeschnittener Oberkörper. Nicht das ganze Passfoto-Format mit den Ohren am Bildrand, und nicht die Ganzkörperaufnahme.

Der Gesichtsausdruck. Freundlich, offen, wach. Nicht das strenge Behördenfoto und nicht das Lachen mit allen Zähnen. Der brauchbarste Massstab: Würden Sie so jemanden begrüssen, der den Raum betritt?

Was gar nicht geht: Ferienbilder, aus Gruppenfotos herausgeschnittene Porträts, Selfies, Passfotos vom Ausweis. Jedes davon sagt der Gegenseite dasselbe — dass Ihnen die Bewerbung keinen Aufwand wert war.

Selbst machen oder ins Studio?

Ein brauchbares Bild bekommen Sie auch mit einem modernen Smartphone. Nötig sind Tageslicht von vorn, eine glatte Wand, eine zweite Person, die auslöst, und etwa zwanzig Aufnahmen, aus denen Sie eine aussuchen. Kein Blitz, keine Schönheitsfilter, kein Porträtmodus mit künstlich verwaschenem Hintergrund — der erkennt Haare unzuverlässig und produziert ausgefranste Ränder.

Trotzdem lohnt sich der Gang ins Fotostudio in den meisten Fällen. Nicht wegen der Kamera, sondern wegen des Lichts und wegen der Person, die Ihnen sagt, wie Sie den Kopf halten sollen. Ein Bewerbungsfoto kostet in der Schweiz je nach Studio und Umfang meist zwischen hundert und zweihundert Franken. Das Bild hält mehrere Jahre, und es hängt eine Bewerbung daran, bei der es um einen Jahreslohn geht. Studios, die wir kennen, stehen weiter unten.

KI-generierte Bewerbungsfotos: lassen Sie es

Es gibt inzwischen Dienste, die aus ein paar Selfies ein professionell wirkendes Porträt erzeugen. Für zwanzig Franken, in zehn Minuten. Die Ergebnisse sehen auf den ersten Blick gut aus. Trotzdem raten wir entschieden davon ab, und zwar aus drei Gründen.

Sie sitzen nachher im Raum. Das ist der einfachste und härteste Einwand. Ein erzeugtes Bild glättet Haut, verändert Proportionen und erzeugt eine Person, die Ihnen ähnlich sieht, aber nicht Sie ist. Wenn die Recruiterin Sie begrüsst und kurz zögert, weil sie jemand anderen erwartet hat, ist das der denkbar schlechteste Start.

Personalverantwortliche erkennen es zunehmend. Die typischen Merkmale sind bekannt: die zu perfekte Haut, das unnatürlich gleichmässige Licht, Ohrringe, die nicht zusammenpassen, ein Kragen, der auf einer Seite anders fällt, ein Hintergrund ohne jede Struktur. Wer eine Woche lang Dossiers sichtet, sieht das.

Und es beantwortet eine Frage, die niemand gestellt hat. Ein Bild soll zeigen, wer kommt. Ein erzeugtes Bild zeigt, wer Sie gerne wären. Das ist in einem Verfahren, in dem es um Vertrauen geht, ein teures Signal.

Dasselbe gilt abgeschwächt für starke Retuschen. Ein bereinigter Hautton ist in Ordnung, ein anderes Gesicht nicht.

Und noch etwas, das bei solchen Diensten selten dabeisteht: Sie geben dafür ein Dutzend Bilder von sich aus der Hand, und was damit geschieht, steht im Kleingedruckten. Bei uns liegt Ihr Foto nur so lange, bis das PDF gebaut ist, und wird danach gelöscht.

Technisches

Format: JPG, im Dossier eingebettet, nicht als separate Datei angehängt.

Grösse: Im PDF etwa 3,5 auf 4,5 Zentimeter. Die Bilddatei sollte mindestens 600 Pixel breit sein, damit sie im Druck nicht ausfranst — aber nicht 8 Megapixel, sonst wird Ihr Dossier unnötig schwer.

Platzierung: Oben rechts auf der ersten Seite des Lebenslaufs, oder auf einem Deckblatt, falls Sie eines verwenden. Nicht auf jeder Seite.

Dateiname: Wenn Sie das Bild separat mitschicken müssen, dann als «Nachname_Vorname_Foto.jpg» — nicht als «IMG_4417.jpg».

Ein Hinweis zur Maschinenlesbarkeit: Achten Sie darauf, dass Ihr Foto als Bild eingebettet ist und Ihr Lebenslauf als Text erhalten bleibt. Wer sein ganzes Dossier als Foto exportiert, ist für Bewerbermanagementsysteme unsichtbar — mehr dazu im Artikel ATS: wie Software Ihren Lebenslauf liest.

Was dossari damit macht: Wir bereiten ein vorhandenes Foto kostenlos für das Dossier auf — Zuschnitt, Ausrichtung, Grösse und Farbe. Wir machen keines und erzeugen keines.

Wie alt darf es sein?

Als Faustregel: nicht älter als drei bis vier Jahre, und in jedem Fall so aktuell, dass es Ihrem heutigen Aussehen entspricht. Wer die Haare deutlich anders trägt, einen Bart abgenommen oder sichtbar abgenommen hat, braucht ein neues Bild — unabhängig davon, wie gut das alte war.

Fotografinnen und Fotografen in Ihrer Region

Wir nennen hier Studios, die wir kennen und bei denen Bewerbungsfotos nicht ein Nebenprodukt sind. Die Liste ist bewusst kurz und wächst langsam.

  • Porträt von Ivan von LOCO Photography mit Kamera

    Thun

    Ivan — LOCO Photography

    Mein oberstes Ziel ist es, dass sich meine Kunden wohl fühlen und das kurze Shooting eine tolle Erfahrung für sie ist. Innerhalb weniger Minuten kreieren wir nicht nur sympathische oder der Stelle entsprechende Bilder, sondern authentische Bilder, die echt sind und nicht gestellt aussehen.
  • Porträt von Tobias Gerber von der Fotoboutique

    Biel, Seeland und Solothurn

    Tobias Gerber — Fotoboutique

    Meinen Stil bezeichne ich als frisch, modern und zeitlos. Seit 2009 bin ich selbstständiger Fotograf und frage mich bei jedem Auftrag: Wie kann ich es noch besser machen?
  • Porträt von Angela Ochsner mit Kamera

    St. Gallen

    Angela Ochsner — Angela Fotografie

    Angela Ochsner ist eine leidenschaftliche Fotografin, die sich auf Familien- und Babyfotografie spezialisiert hat. Ihre Bilder erzählen Geschichten voller Liebe und Emotionen.

Sie führen ein Studio und machen Bewerbungsfotos? Schreiben Sie uns an info@dossari.ch.

Bei dossari

Das Foto ist der Teil der Bewerbung, den Sie einmal machen und dann jahrelang verwenden. Der Teil, der bei jeder Bewerbung neu entsteht, ist das Gespräch — und der wird am wenigsten geübt.

Kurz geprüft

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    Wie alt darf das Foto sein?

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Mit dossari führen Sie ein Übungsgespräch zu genau der Stelle, auf die Sie sich bewerben: Sie fügen das Inserat ein, die Fragen kommen daraus, Sie antworten laut. Danach erhalten Sie eine schriftliche Auswertung. Der Lebenslauf ist kostenlos, das Übungsgespräch gibt es ab CHF 19.

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Bewerbungsdossier Schweiz: was hineingehört und in welcher Reihenfolge

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