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Vorstellungsgespräch · Lohn

Lohnfrage im Vorstellungsgespräch: was Sie sagen — und was nicht

Wer zuerst eine Zahl nennt, gibt den Rahmen aus der Hand. Diese Seite zeigt, was Sie stattdessen sagen können — mit Sätzen zum Übernehmen.

5 Min. Lesezeit

Inhalt

Nennen Sie eine Spanne, keine einzelne Zahl, und nennen Sie sie erst, wenn Sie die Aufgabe kennen. Wer zu früh eine Zahl nennt, verhandelt gegen sich selbst: zu tief, und Sie verdienen jahrelang weniger; zu hoch, und Sie sind aus dem Verfahren, bevor jemand Ihre Qualifikation gesehen hat. Die richtige Antwort auf «Was sind Ihre Lohnvorstellungen?» beginnt deshalb fast immer mit einer Gegenfrage.

Wann die Frage kommt

In der Schweiz meist im ersten Gespräch, oft gegen Schluss, manchmal schon im Bewerbungsformular. Je später sie kommt, desto besser für Sie — dann kennen Sie die Aufgabe und wissen, was Sie wert sind.

Steht im Inserat «Bitte geben Sie Ihre Lohnvorstellungen an», dann schreiben Sie eine Spanne ins Anschreiben, keine einzelne Zahl, und ergänzen Sie einen Halbsatz: abhängig vom endgültigen Aufgabenumfang.

Die drei Antworten, die funktionieren

  • Wenn Sie die Aufgabe noch nicht kennen:

    «Bevor ich eine Zahl nenne, würde ich gern verstehen, wie der Aufgabenbereich genau aussieht — insbesondere, ob Führungsverantwortung dazugehört. Haben Sie für die Stelle einen Rahmen definiert?»

    Das ist keine Ausweichbewegung, sondern eine sachliche Rückfrage. Die meisten Unternehmen haben einen Rahmen und nennen ihn, wenn man fragt.

  • Wenn Sie eine Zahl nennen müssen:

    «Auf Basis meiner Erfahrung und der Aufgabe, wie ich sie jetzt verstehe, bewege ich mich zum Beispiel zwischen 85'000 und 92'000 Franken. Wenn der Bereich anders zugeschnitten ist, schauen wir das gern nochmals an.»

    Eine Spanne von rund acht Prozent. Der untere Wert ist der, mit dem Sie noch zufrieden sind — nicht der, mit dem Sie gerade so überleben.

  • Wenn Sie heute deutlich weniger verdienen:

    «Mein aktueller Lohn liegt tiefer, das stimmt. Er entspricht einer Stelle mit weniger Verantwortung. Für diese Aufgabe orientiere ich mich am Marktwert, nicht an meinem bisherigen Lohn.»

    Ihr bisheriger Lohn ist kein Argument. Sie müssen ihn in der Schweiz auch nicht nennen.

Der Fehler, der am meisten kostet

Zu tief einsteigen, weil man die Stelle unbedingt will. Wer 5'000 Franken unter dem Rahmen einsteigt, holt das nie mehr auf: Lohnerhöhungen sind prozentual, und der Rückstand wächst mit jedem Jahr mit. Über zehn Jahre sind das schnell 60'000 Franken und mehr.

Der zweithäufigste Fehler: sich für die eigene Forderung entschuldigen. «Ich weiss, das ist vielleicht etwas viel, aber …» — dieser Halbsatz kostet Sie sofort Verhandlungsposition. Nennen Sie Ihre Spanne und schweigen Sie danach.

Woran Sie sich orientieren

Und rechnen Sie das ganze Paket: 13. Monatslohn, Anteil an den Pensionskassenbeiträgen, Ferienanspruch, Weiterbildungsbeitrag, Homeoffice. Ein Angebot mit 3'000 Franken weniger Jahreslohn, aber einer Woche mehr Ferien und höherem Arbeitgeberbeitrag, kann das bessere sein.

Wenn das Angebot kommt und zu tief ist

Nicht am Telefon zusagen. «Vielen Dank, das freut mich. Ich schaue es mir in Ruhe an und melde mich morgen» ist eine vollständige Antwort. Danach eine sachliche Rückmeldung mit einem einzigen Gegenvorschlag — nicht drei.

Wenn beim Lohn nichts geht, fragen Sie nach dem, was nichts kostet: einer Lohnüberprüfung nach sechs Monaten, einem Weiterbildungsbeitrag, einem zusätzlichen Ferientag. Viele Vorgesetzte haben dafür Spielraum, auch wenn das Lohnband fix ist.

Üben Sie diese Antwort, bevor Sie im Raum sitzen

Die Lohnfrage ist die einzige im Gespräch, bei der eine schlechte Antwort Sie sofort und dauerhaft Geld kostet. Und sie ist die, die man am schlechtesten aus dem Stegreif beantwortet — weil Zahlen laut auszusprechen ungewohnt ist.

Kurz geprüft

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    Wenn Sie eine Zahl nennen müssen?

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Mit dossari fügen Sie das Inserat der Stelle ein, auf die Sie sich bewerben, und führen ein gesprochenes Übungsgespräch mit den Fragen dazu — die Lohnfrage inbegriffen. Danach erhalten Sie eine Auswertung: ob Sie zu früh eine Zahl genannt haben, ob Sie sich entschuldigt haben, ob Ihre Spanne begründet war. So oft wiederholbar, wie Sie wollen. Ab CHF 19, der Lebenslauf ist gratis.

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Häufige Fragen

Wann kommt die Lohnfrage im Vorstellungsgespräch?
In der Schweiz meist im ersten Gespräch, oft gegen Schluss, manchmal schon im Bewerbungsformular. Je später sie kommt, desto besser für Sie — dann kennen Sie die Aufgabe und wissen, was Sie wert sind.
Soll ich eine Zahl oder eine Spanne nennen?
Nennen Sie eine Spanne von rund acht Prozent, keine einzelne Zahl, und nennen Sie sie erst, wenn Sie die Aufgabe kennen. Der untere Wert ist der, mit dem Sie noch zufrieden sind.
Muss ich meinen bisherigen Lohn nennen?
Nein. Ihr bisheriger Lohn ist kein Argument für die neue Stelle. Orientieren Sie sich am Marktwert der Aufgabe, nicht an dem, was Sie bisher verdient haben.
Was ist der teuerste Fehler bei der Lohnfrage?
Zu tief einsteigen. Lohnerhöhungen sind prozentual, der Rückstand wächst mit jedem Jahr mit. Über zehn Jahre sind 5'000 Franken zu wenig beim Einstieg schnell 60'000 Franken und mehr.
Woran orientiere ich mich bei der Lohnhöhe?
Am Lohnrechner Salarium des Bundesamts für Statistik, an den Lohnrechnern der Gewerkschaften, an einem allfälligen Gesamtarbeitsvertrag der Branche und an Lohnbändern in Stelleninseraten.

Diese Seite beschreibt, was in der Schweiz üblich ist. Sie ersetzt keine Rechtsberatung.

Vorstellungsgespräch: 20 Fragen und wie Sie sie beantworten

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